Eine alte Religion neu
Der folgende Beitrag stammt von einem erfolgreichen Myraner, der seine
Karriere als Chnumpriester begonnen hat, von Vrucht Barkeyt, Hohepriester des
Großen Tempels "Chnums Freude" in Karalo-Floran und seit einem Jahr auch
Reichshohepriester in Bagunda:
"Meine Karriere begann recht sprunghaft: Eben noch war ich Hofkaplan bei
meinem Freund und Friedensminister Bofri in einer kleinen Stadt im
Zzarenreich Xyar-Karan, da gelang es Bofri, die Prinzessin Edueriva, die von
ihrem Vater weggeputscht worden war, wieder ins politische Spiel zu bringen.
Die Chnumreligion war in den Monaten davor in ihrem Einfluß eingedämmt
worden, denn obwohl der Zzar sein politisches Schicksal eng mit dem des
AReichshohepriesters Zewaratt verknüpft hatte, hatten die chnumgläubigen
Parteien bei den letzten Parlamentswahlen deutlich an Stimmen verloren.
Praktisch hatte das Parlament zwar nicht viel zu sagen, aber es war Anzeiger
des Volkswillens. Der Zzar trat, enttäuscht und von Unruhen im Land
gedrängt, zurück, und Bofri präsentierte gleich darauf Edueriva allen als
neue Königin. Nun könnte man denken, daß dies für mich als Chnumpriester von
Nachteil sein mußte, doch ganz im Gegenteil. Bofri wurde zum Herzog einer
großen Provinz im Ophis ernannt, und nahm mich, seinen Hofkaplan, mit als
neuen Hohepriester des dortigen Großen Tempels Chnums Freude. ... Ich
beschloß, auf dieser Linie weiterzumachen und weiter politisch auf Bofri zu
setzen. Als er in den Grenzstreit Bagundas mit Bakanasan eingriff, und
vermittelte, da trat auch ich an seiner Seite und mit eigenen Botschaften
auf, und versuchte das chnumgläubige Bakanasan bei Chnums Friedensliebe zu
packen. Das wurde in Bagunda sehr positiv registriert. Bagunda hatte neben
seinem allgemeinen Atheismus eine kleine Provinz mit einem Großen
Chnumtempel, und als mit den dortigen Priestern Schwierigkeiten auftraten,
rief man gleich mich zur Vermittlung an, und noch während ich den Kontakt zu
meine Glaubensbrüdern herstellte bot man mir für die Vermittlung den Titel
des Reichshohepriesters von Bagunda.
Inzwischen habe ich meine Position gefestigt. Als Bakanasan einmal
zugab, in seinem Chnumglauben in weiten Teilen noch nicht gefestigt genug zu
sein (es hatte vor wenigen Jahren eine Zeit der Verfolgung unseres Glaubens
dort gegeben), nutzte ich die Gelegenheit, um aus dem ganzen Reich
Karalo-Floran fünfhundert junge aufstrebende Priester anzuwerben. (...)
Auch Zewaratt mußte in den letzten Monaten angesichts meiner Erfolge
an seinen wohlgehüteten Tempelfonds und in den bagundischen Missionsgebieten
den Tempelbau unterstützen. Der Gute ist schon recht alt (...). Mit meinen
Erfolgen kann ich mich jedenfalls sehen lassen: Ohne das Schwert habe ich
weite Teile des bisher atheistischen Bagunda gegen die Hetze des Orakels von
Kalampe, das dort beheimatet ist, zu Chnum bekehrt. Und unter Chnum sind nun
Bakanasan, Bagunda und Karalo-Floran verbunden, seit kurzem auch im BdC
(...)"
(Zu Barkeyt und Bofri siehe auch Politische Lage, Kaisertum
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